Elternpost Juni 2018

„Positive Sprache mit großer Wirkung“

Liebe Eltern!

Im März waren wir zwei Tage zur Teamweiterbildung in Berlin und haben uns mit verschiedenen Themen zur professionellen Bildungsarbeit auseinandergesetzt. Auch mit dem Thema der „Positiven Sprache“ im Umgang mit den Kindern haben wir uns befasst. Es geht uns immer wieder neu um die Bewusstmachung, welch große Bedeutung die positive Sprache für die Entwicklung der Kinder hat.

Schütte deinen Kakao nicht um! Fall nicht von der Treppe! Lauf nicht auf die Straße! Pass auf, dass du den Turm nicht umwirfst!

Kommen Ihnen einige Sätze bekannt vor? Es handelt sich hierbei um eine sogenannte „Negative Sprache“. Sie drückt das aus, was die Kinder NICHT tun sollen. Obwohl uns Erwachsenen eigentlich bekannt ist, wie wichtig klare Formulierungen im Umgang mit Kindern sind, ist uns oft unbewusst, wie wir ganz unbefangen in der „Negativen Sprache“ sprechen.

Die Wirkung der „Negativen Sprache“: Wir teilen den Kindern mit, was sie NICHT tun sollen, erwarten aber gleichzeitig, dass sie genau das Gegenteil machen. Wir sagen: Fall nicht die Treppe runter und erwarten, dass die Kinder auf der Treppe vorsichtig gehen und sich am Geländer festhalten. Wir sagen: Werft nicht die Handtücher auf den Boden und erwarten aber, dass sie die Handtücher an die Haken hängen.

Die Hirnforschung zeigt: Für das menschliche Gehirn ist die Verarbeitung von NICHT oder NEIN wesentlich aufwändiger, als die Umsetzung positiver Formulierungen.

Das geht auch uns Erwachsenen so. Beispiel: Denken Sie jetzt bitte nicht an einen Affen mit einer gelben Banane! Was haben sie sich gerade vorgestellt? Natürlich den Affen mit einer gelben Banane. So geht es auch den Kindern. „Werft nicht die Handtücher auf den Boden!“ Im selben Moment haben die Kinder ein Bild im Kopf mit all den Handtüchern auf dem Boden.

Was passiert im Gehirn? Bleiben wir bei dem Beispiel Handtücher. Zuerst muss das Kind sich das Bild mit den Handtüchern auf dem Boden vergegenwärtigen, dann diesen Gedanken aus dem Kopf verbannen und sich anschließend überlegen, was stattdessen zu tun ist – das Handtuch am Haken aufhängen. Die vielen NICHT-Sätze bewirken oft das Gegenteil, weil das Kind damit – aus genannten Gründen – überfordert ist.

Kinder brauchen positiv formulierte, klare Sätze: „Genieße deinen Kakao! Halte dich am Geländer fest! Bleib auf dem Gehweg! Pass auf den schönen Turm auf, dass er stehen bleibt! Positive, präzise, leicht zu verstehende Beschreibungen dessen, was Kinder tun sollen, führen dazu, dass sie konkrete Bilder vor Augen haben und diese umsetzen können.

Liebe Eltern, wir wünschen uns und Ihnen, dass uns das im Alltag immer wieder bewusst wird und die „Positive Sprache“ eine noch größere Bedeutung im Umgang mit den Kindern gewinnt.

Mit besten Grüßen Ihr KITA-Team